27.01.2023

Manuelle Lymphdrainage – was ist das?

Manuelle Lymphdrainage – was ist das?

Die Lymphdrainage ist eine spezielle Art der medizinischen Massage. Dabei wird der Transport der Lymphflüssigkeit in den Lymphgefässen durch sanfte Grifftechniken angeregt.

Sie ist ein Baustein der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) zur Behandlung von Lymph- und Lipödem-Patienten. Sie wird auch nach schweren orthopädischen Verletzungen oder Operationen angewendet, um Symptome wie Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.

Beine und Arme: Häufigste Anwendungsgebiete der Lymphdrainage

In erster Linie bewirkt die manuelle Lymphdrainage die Entstauung des Gewebes und die Beschleunigung des Lymphflusses. Am häufigsten betroffen sind Arme oder Beine. Allerdings können auch der Rumpf, der Hals-Kopfbereich oder der Genitalbereich von einem Lymphödem betroffen sein.
Die manuelle Lymphdrainage hat weitere positive Effekte: Durch die gleichmässigen und sanften Bewegungen empfinden Patienten die Behandlung häufig als wohltuend und entspannend.

Manuelle Lymphdrainage in der Schwangerschaft

Die manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte Behandlungsmethode. Bei medizinischer Notwendigkeit kann sie in der Regel auch während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Der/die Therapeut*in stimmt die Therapie auf die Schwangerschaft ab und verzichtet auf die tiefe Bauchbehandlung.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen) bei manueller Lymphdrainage

Es gibt verschiedene Erkrankungen – beispielsweise Thrombosen oder Herzinsuffizienz – bei denen eine Lymphdrainage nicht oder nur unter bestimmten Vorsichtsmassnahmen durchgeführt werden darf. Bitte befragen Sie Ihren Arzt, ob bei Ihnen Kontraindikationen für eine manuelle Lymphdrainage vorliegen.

Wer führt eine Lymphdrainage durch?

Medizinische Masseur*innen oder Physiotherapeut*innen mit einer speziellen Zusatzausbildung als Lymphtherapeut*in dürfen eine manuelle Lymphdrainage durchführen.

  • Was muss ich vor oder nach einer manuellen Lymphdrainage beachten?
  • Die Lymphdrainage regt den Lymphabfluss an und damit die Urinbildung. Deshalb sollten Sie vor der Lymphdrainage die Toilette aufsuchen, um Ihre Blase zu entleeren.
  • Die zu behandelnden Gebiete sollen frei von Kleidung sein. In der Regel werden Hals, Rumpf und die betroffene Extremität behandelt.
  • Um das Ergebnis zu erhalten, muss der Arm oder das Bein nach der MLD bandagiert beziehungsweise mit einem medizinischen Kompressionsstrumpf versorgt werden.
  • Viele Patient*innen fühlen sich nach einer MLD etwas müde. Ruhen Sie sich nach der Behandlung aus.
  • Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken, beispielsweise Wasser oder Tee.
  • Um die Nachwirkzeit der MLD effizient zu nutzen, sollten Sie sich moderat bewegen zum Beispiel spazieren gehen.
  • Verzichten Sie als Ödem-Patient*in generell auf einschnürende und einengende Kleidung.

Die Technik: So führt der/die Therapeut*in die manuelle Ly­mphdrainage durch

Mit der manuellen Lymphdrainage machen der/die Therapeut*in die Abflusswege systematisch frei. Sie behandeln grundsätzlich mehrere Körperregionen, um verschiedene Bereiche des Lymphsystems zu aktivieren. Dabei beginnen sie in der Regel am Hals. Anschliessend behandelt er den Rumpf und danach das betroffene Bein beziehungsweise den Arm.

Mit speziellen Grifftechniken entsprechend der jeweiligen Körperregion regt der/die Therapeut*in die Aufnahme von gestauter Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Lymphgefässsystem an.

Was ist der Unterschied zu einer Massage?

Ziel der klassischen Massage ist es in der Regel, Muskel­ver­spannungen zu lösen, die Durchblutung zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Im Unterschied dazu wird bei der Lymphdrainage nicht „geknetet“. Mit den speziellen Grifftechniken der manuellen Lymphdrainage regt der/die Therapeut*in den Lymphfluss an, in dem sie Dehnungsreize auf die Haut und das Gewebe ausüben. Die manuelle Lymphdrainage soll im Gegensatz zur Massage nicht durchblutungs­fördernd wirken.

Wie oft und wie lange wird die manuelle Lymphdrainage durchgeführt?

Der Arzt/die Ärztin bestimmt die Behandlungsdauer in Abhängigkeit zur Schwere der Erkrankung. Eine manuelle Lymphdrainage variiert zwischen 30 und 60 Minuten.

Die Häufigkeit der manuellen Lymphdrainage hängt von der Therapiephase ab. Während der Intensivphase wird sie in der Regel täglich durchgeführt. In der Erhaltungsphase ist die Häufigkeit abhängig vom Befund - meist ein- bis zweimal in der Woche.

Medizinische Kompression sichert das Ergebnis der Lymphdrainage

Um das Therapieergebnis der manuellen Lymphdrainage – die Ödemreduktion – zu erhalten, muss das Bein oder der Arm im direkten Anschluss mit medizinischer Kompressionstherapie versorgt werden:

  • Während einer Entstauung wird bandagiert, um die Kompression täglich an die Umfangsreduzierung anpassen zu können.
  • Als Langzeitversorgung wird in der Regel mit flachgestrickten medizinischen Kompressionsstrümpfen versorgt.

Bewegung aktiviert und steigert den Abfluss der Lymphflüssigkeit

Kompression und Bewegung regen den Lymphfluss effektiv an. Stellen Sie mit Ihrem Therapeuten ein individuelles Übungsprogramm zusammen: Je nach Patient*in sind Spaziergänge, Nordic Walking, Radfahren oder moderates Krafttraining nur einige Möglichkeiten, um die Therapie zu unterstützen.

Kann und darf ein Patient die Lymphdrainage selbst durchführen?

Bei der manuellen Lymphdrainage wird systematisch mit speziellen Grifftechniken der ganze Körper behandelt. Aus diesem Grund eignet sie sich nicht zur Selbstbehandlung.

Was möglich ist: Unter Anleitung des Therapeuten können Patienten beispielsweise mit Atem- und Bewegungsübungen das Lymphsystem anregen sowie mit körperlicher Aktivität unterstützen.

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